TV- und Presseberichte

Als Deutsche Meisterin im Altstadtcafé
Trotz Chancen in großen Häusern kehrte Katrin Nieter nach Nauen zurück
 
Katrin Nieter mit der im Altstadt-Café
Foto: Gerth
Wolfgang Gerth
quadrat Nauen Wer weiß schon, dass im Nauener Altstadtcafé eine Deutsche Meisterin bedient? Und dazu noch eine aus eben diesem Fachbereich. Gewiss fast niemand, bislang zumindest. Ihre Goldmedaille bewahrt Katrin Nieter zu Hause auf, in der selben Schublade, wo auch die Urkunden liegen. Und diese Dokumente weisen die 29-jährige Nauenerin als beste Restaurantfachfrau des Jahres 1995 aus. Weder in den alten, noch in den neuen Bundesländern konnten ihr die Kollegen irgendwie das Wasser reichen. Wären Meisterschaften in gastgewerblichen Berufen medienträchtig, gerade ausgelernt, hätte die junge Frau ihr kleines Nauen in die Schlagzeilen gebracht. Autogramme musste die junge Frau folglich nicht geben. Überhaupt, bis auf einen Beitrag in der MAZ und einigen in der Fachpresse, war sie nach der großen Ehrung im Berliner Schauspielhaus bald nur noch eine sehr gute Kellnerin. Dass sie eigentlich "jemand ist", spürte sie nur bei Bewerbungen. Wo immer sie ihre Dienste anbot, stets wurde sie umgehend eingestellt. Und das in großen Häusern der Hotel- und Gaststättenbranche. Fünf Sterne und Gourmet waren das Normale - in Baiersbronn, in Bern und in Berlin. Wie von allein öffneten sich ihr die Türen, doch irgendwie blieb sie, was sie war: Havelländerin nämlich. 1998 weilte Katrin Nieter kurze Zeit in Nauen, um von hier aus an Bord der MS"Europa" zu gehen. Im besten Restaurant des Luxusliners hätte sie arbeiten können. Aber die Reederei hatte plötzlich Probleme und ließ die Anker nicht lichten. Und ausgerechnet in dieser Zeit lief der jungen Frau in Nauen ein junger Mann über den Weg. Seinetwegen entfernte sie sich nun nur noch bis Berlin. Endgültig zurück zu ihren Wurzeln fand sie aber, nachdem am Neujahrstag 2003 Töchterchen Anika geboren war. In Nauen war die junge Mutter zur Schule gegangen, in Nauen wohnen all ihre Verwandten und viele ihrer Freunde. "Hier ist meine Heimat." Als neuer Chef des Altstadtcafés hatte Holger Nickel dieses gerade erst vom Vater übernommen. Er suchte eine Restaurantfachfrau. Katrin hätte er sicher auch ohne ihren Titel angestellt, zumal sie die Schwester seiner Frau ist. Personal mit einer solchen Medaille aber, da überlegte er nicht, da griff er zu.