TV- und Presseberichte

Altstadt-Café war einst der Arbeitsname
Restauration in der Nauener Marktstraße wurde zehn Jahre alt
 
Meister Holger Nickel (rechts) im Nauener Altstadt-Café beim Anschneiden der Geburtstagstorte für die Gäste des Tages.
Foto: Privat
Wolfgang Gerth
quadrat Nauen Auch wenn die Feier bis Mitternacht gegangen wäre, am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 2 Uhr. Und ist dieser Morgen ein Freitag oder Sonnabend, sogar noch eine Stunde früher. Für Meister Holger Nickel - vor vier Jahren übernahm er vom Vater die Bäckerei in der Mittelstraße, den Laden in der Marktstraße, die Caféteria in der Havellandklinik und das Altstadt-Café - ist das Alltag. "Da bleibt nicht viel für Privates", versichert er. 24 Angestellte müssen beschäftigt sein, "und die Brötchen jeden Morgen frisch". Das Altstadt-Café in der Nauener Marktstraße 3 feierte diese Woche das zehnjährige Jubiläum. Die Bäckerfamilie hatte den nach der Wende geschlossenen HO-Laden und die dahinter liegenden Abstellräume 1991 von der Kommunalen Wohnungsverwaltung gemietet und später gekauft. Zu den Bedingungen des Amtes für offene Vermögensfragen gehörte die Eröffnung eines Cafés. 1995 begann die Familie mit dem Bau. "Zweifel hatten wir schon, ob eine Lage hinter dem Wohnhaus wirklich gut ist", gesteht der heute 43jährige Firmenchef. "Und tatsächlich, es lief schleppend, Mundpropaganda war notwendig, es dauerte, bis wir einen Namen hatten." Inzwischen gehe es besser, Stammkundschaft habe sich eingestellt. Und bekannt sei die Restauration inzwischen auch, obwohl der Name "Altstadt-Café" eine Blitz-Idee war. "Ich hatte unser Bauvorhaben einmal einfach so genannt. Und dabei sind wir geblieben." Neulich habe ihm jemand gesagt, das Altstadt-Café gehöre zur Stadt wie das Rathaus und der Markt. Das habe gut getan. Doch Laufkundschaft sei selten, Schwankungen bei den Besucherzahlen dafür die Regel. Vorgehalten werden müsse das komplette Angebot aber ständig. Ob Holger Nickel beneidet wird? "Möglich ist das schon. Aber wirklich tauschen möchte mit mir keiner. Die Kredite für das Café sind nämlich noch gar nicht abgezahlt."