TV- und Presseberichte

Urige Nauener Hofweihnacht
Vier-Meter-Stollen zugunsten Benachteiligter verteilt
 
 
Weihnachtliche Stimmung im Hof der Goethestraße 43 mit den NauenerHeimatfreunden.
Weihnachtliche Stimmung im Hof der
Goethestraße 43 mit den Nauener
Heimatfreunden.
Foto: Balzer

quadrat Nauen (bal). "Bürger Schob öffnet das Tor, der Bürgermeister steht davor", forderte das geschichtlich bekannte Stadtoberhaupt Johann-Michael von der Linde (Wolfgang Johl) am vergangenen Sonnabend pünktlich um 14 Uhr den Eigentümer des Hauses Nummer 43 in der Nauener Goethestraße recht nachdrücklich auf. Mehrere hundert Nauener ließen sich das Spektakel zur Öffnung des 20. Türchens im Historischen Adventskalender der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" und die anschließende Inszenierung der Weihnachtsgeschichte durch die Nauener Heimatfreunde in ihren nach originalen Vorbildern selbstgeschneiderten Trachten im Inneren des Hofes nicht entgehen. Weihnachtliche Musik, ein Miniweihnachtsmarkt, der Duft nach Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone und von Glühwein empfing die Besucher rund um das wärmende Holzfeuer. Michael und Sabine Schob, Eigentümer des nach dem großen Stadtbrand von 1695 wohl erst Jahrzehnte später wieder errichteten und inzwischen fast verfallenen aber bereits für eine Restaurierung gesicherten Gebäudes mit dem besonderen Charme der typischen Ackerbürgerarchitektur, gestalteten gemeinsam mit zehn anderen Hofeigentümern in der Altstadt ein "Hoffest der Sinne", wie es rund um Berlin wohl einmalig ist. Die Familien Schmidt und Eichhorn aus Charlottenburg kamen nach einem Stadtrundgang über die Nauener Altstadthöfe mit den Heimatfreunden direkt zum Adventsmarkt auf den Martin-Luther-Platz. "Wir besuchen viele Weihnachtsmärkte in und um Berlin. Der Nauener ist der volkstümlichste, uriger als andere und hat ein einzigartiges Flair," begeisterten sie sich mit Blick auf den von Bäckermeister Holger Nickel gebackenen Vier-Meter-Stollen, den Bernd Bree von der Interessengemeinschaft Altstadt Nauen gerade angeschnitten hatte. Mit dem Erlös finanzieren wir 90 kleine Stollen, mit denen wir Mitbürgern in den sozialen Einrichtungen der Stadt eine Freude machen konnten," begründet er das ungewöhnliche Angebot mit dem Riesenstollen. Düfte ganz spezieller Art entströmten inzwischen dem benachbarten Räucherofen. Anton Niewecz vom Markeer Forellenteich holt gerade frisch geräucherte Aale und Lachsforellen aus dem heißen Ofen. "Silvesterkarpfen sind eingetroffen, 4,90 Euro das Kilo," informiert er beim abwiegen der ersten Portionen auch gleich noch seine Kunden. Nebenan in der Mittelstraße bot die Nauener Tafel selbstgebackenen Kuchen und Deftiges vom Grill und aus dem Topf an. Der Erlös soll helfen, Kindern und Bedürftigen eine weihnachtliche Freude zu bereiten. Zur Belohnung darf Paul Moritz in den prall gefüllten Sack des Weihnachtsmannes greifen. Wie viele andere auch hatte er gerade eifrig sein Weihnachtsgedicht aufgesagt und staunte nicht schlecht, als ein geschmücktes Pony neben ihm stand. Der Tremmener Pferdehof von Petra Bialek sorgte mit mehreren der kleinen Vierbeiner für diese Attraktion. Kunsthandwerker und ein kleiner Mittelaltermarkt mit Schwein am Spieß sorgten ebenso wie die Nauener Waldhornbläser und das traditionelle Weihnachtssingen bei Kerzenschein in der benachbarten Kirche für weihnachtliche Stimmung, die dem Motto "Hoffest der Sinne" durchaus gerecht wurde.